Funktion und Entwicklung von innerstädtischen Frequenzbringern

Die Bedeutung der Kauf- und Warenhäuser für den deutschen Einzelhandel ist in den letzten Jahren beständig gesunken. Das drückt sich nicht nur in einem sinkenden Umsatzanteil dieser Betriebsformen am Gesamtumsatz aus, sondern auch in der Anzahl der Verkaufsstellen: Als Grund für die sinkende Attraktivität der Betriebsformen Kauf- und Warenhäuser wird auf das veränderte Verbraucherverhalten bzw. auf die veränderten Konsumentenpräferenzen verwiesen. Gleichwohl haben Kauf- und Warenhäuser insbesondere in Mittelstädten oder auch in Stadtteilzentren von größeren Städten eine hohe Bedeutung als wichtige Magneten und Frequenzbringer für die jeweiligen Einkaufslagen. Wird ein Kauf- oder Warenhaus geschlossen, ist oftmals die Attraktivität und Qualität der gesamten Innenstadt bzw. des Einkaufsbereichs bedroht. Während in größeren Städten bzw. in Städten mit hoher Zentralität leer stehende Objekte schnell einen Nachnutzer finden oder die aufgegebene Immobilie einem Neubau weicht, ist dies in weniger prosperierenden Städten schwierig. Ziel des Pilotprojektes „Funktion und Entwicklung von innerstädtischen Frequenzbringern“ ist es, trotz der jeweiligen besonderen und individuellen Konstellationen vor Ort übertragbare Lösungsmöglichkeiten für den Umgang mit innerstädtischen Standorten aufzuzeigen, an denen ein oder der Hauptfrequenzbringer weggefallen ist. Die Arbeitshilfe richtet sich insbesondere an die Akteure, die im Rahmen ihrer Tätigkeiten nicht direkt mit der Suche und Organisation von Nachnutzungskonzepten für derartige Immobilienprojekte vertraut sind.

Die hier erarbeitete Arbeitshilfe will diesen Personenkreis bei der Erarbeitung und Umsetzung eines alternativen Nutzungskonzeptes unterstützen. Zu diesem Zweck werden auf Basis der Ergebnisse in den beiden Pilotstädten Senftenberg und Zwickau in zwei Entwicklungsszenarien einerseits die allgemeine Herangehensweise an die Problematik, andererseits konkrete Nachnutzungsmöglichkeiten aufgezeigt, um daraus allgemeingültige und übertragbare Handlungsempfehlungen abzuleiten und in einer Entscheidungsmatrix vorzustellen. Da letztlich die Kommune die verschiedenen Schritte eines Projektentwicklungsprozesses initiieren und begleiten muss, werden die aufeinander aufbauenden Arbeitsschritte eines Projektentwicklungsprozesses vorab erläutert sowie Anforderungsprofile an die notwendige Markt- und Standortanalyse formuliert. Zur Veranschaulichung des Prozesses und als Hilfestellung für die betroffenen Kommunen zur Ableitung eigener Handlungsempfehlungen sind im Bericht Beispiele für eine erfolgreiche Nachnutzung in anderen Städten aufgezeigt.

Im Warenkorb

Noch keine Artikel im Warenkorb

Deutsches Seminar für Städtebau und Wirtschaft
im Deutschen Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e. V.