Junge Alte – Einkaufsverhalten und Versorgungssituation in schrumpfenden ostdeutschen Städten – dargestellt am Beispiel Brandenburg/Havel
Die stetig wachsende Konsumentengruppe der älteren Menschen findet in Deutschland immer noch verhältnismäßig wenig Beachtung, obwohl in den letzten Jahrzehnten neben der quantitativen Zunahme dieser Altersgruppe ein bedeutender qualitativer Wandel stattgefunden hat. Dieser zeichnet sich durch eine erhöhte physische und psychische Leistungsfähigkeit, eine beobachtete Einstellungsänderung zum Konsum sowie einen nicht zu vernachlässigenden Kaufkraftanteil der Senioren aus. Diese auch als „junge Alte“ bezeichnete Bevölkerungsgruppe scheint ein großes Potenzial für den Einzelhandel, insbesondere in den von Schrumpfungsprozessen betroffenen neuen Bundesländern zu bergen. In bisherigen Studien zum Einkaufsverhalten mangelt es jedoch an einer differenzierten Betrachtung zwischen Ost- und Westdeutschland. Insbesondere die hauptsächlich auf die neuen Bundesländer ausgebreiteten Schrumpfungsprozesse sowie der höhere Anteil ökonomisch Schwächerer mit geringerer Kaufkraft bzw. der Einfluss dieser Aspekte auf den Einzelhandel und das Konsumentenverhalten finden kaum Eingang in derartige Untersuchungen. Die möglicherweise erheblichen Abweichungen im Einkaufsverhalten gegenüber den qualitäts- und erlebnisorientierten jungen Alten der alten Bundesländer bleiben somit unberücksichtigt.
Das Ziel dieser Arbeit besteht darin, die skizzierten Lücken zu schließen und das Einzelhandelssystem unter dem Einfluss der Schrumpfung darzustellen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der stetig wachsenden Konsummentengruppe der jungen Alten. Es wird untersucht, welche Einkaufsverhaltensweisen und Mobilitätsmuster die Gruppe aufweist und diese gegenüber vorhandenen Studien abgegrenzt. Dementsprechend wurde mit der Stadt Brandenburg a. d. Havel für die empirischen Untersuchungen eine typische schrumpfende Stadt ausgewählt, so dass die Übertragbarkeit der Analyseergebnisse auf andere Städte in Ostdeutschland gewährleistet ist.
Das Ergebnis dieser Forschungsarbeit von Kathrin Pätzold richtet sich an die Einzelhandelsunternehmen und vor allem an die Akteure der Politik/Planung, sich den Bedürfnisstrukturen dieser ständig anwachsen Konsumentengruppe anzunehmen und somit einem weiteren Ressourcenverlust vorzubeugen.
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Deutsches Seminar für Städtebau und Wirtschaft
im Deutschen Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e. V.


