Wirtschaftliche Entwicklung von Kleinstädten

Kleinstädte besitzen eine wichtige Funktion für die Versorgung der Bevölkerung. Dies gilt vor allem in ländlichen Bereichen. Sie haben aber besonders unter den derzeitigen schwierigen Rahmenbedingungen (demographischer Wandel, Strukturwandel des Einzelhandels, Ausweitung der Einzelhandelsflächen etc.) zu leiden. Das Fehlen von Frequenzbringern in der Innenstadt, ein hoher Konkurrenzdruck von außen, Leerstände und perforierte Einzelhandelslagen, ein unausgewogener Branchenmix, uneinheitliche Öffnungszeiten oder auch die Warenpräsentation und Schaufenstergestaltung sind die typischen Probleme in vielen Kleinstädten. Wochenmärkte, Feste und Aktionen, das ansprechende städtebauliche Erscheinungsbild vieler Innenstädte, ein Tourismus orientierter Einzelhandel und eine organisierte Händlergemeinschaft bieten dagegen wichtige Chancen und Potenziale, die gerade auch in Kleinstädten stärker genutzt werden können.

Die Erfahrungen aus neun Pilotstädten (s. rechts) sollen zur Nachahmung anregen und sind in mehreren Berichten zusammengestellt. Es sollen dabei weniger theoretische Zusammenhänge vermittelt werden, als vielmehr praktische Tipps und Empfehlungen, die bereits erprobt wurden und auf die jeweilige Situation in anderen Kleinstädten angepasst und übertragen werden können. In den beteiligten Städten konnten durch im Rahmen des Projektes durchgeführte Ideenwerkstätten wichtige Handlungsfelder zur Innenstadtbelebung identifiziert sowie private und öffentliche Akteure zu einem gemeinsamen Handeln aktiviert werden. Dabei wurden zwei verschiedene Ansätze verfolgt:

Einerseits wurde ein projektorientierter Ansatz angewandt, der auf die Identifikation von ausgewählten Impulsprojekten abzielt und eine stärker zielorientierte Analyse erlaubt. Dieser Ansatz wird in der Arbeitshilfe „Wirtschaftliche Entwicklung von Kleinstädten – Projektorientierter Ansatz zur Innenstadtbelebung“ vorgestellt und ist von der Arbeitsgemeinschaft IfH/Planersocietät in den Städten Ilsenburg, Lutherstadt Eisleben, Stavenhagen und Zerbst zum Tragen gekommen. Dieser insbesondere bei begrenzten personellen und materiellen Ressourcen hilfreiche Ansatz bietet sich an, wenn vielfältige Ideen und Konzepte aus der Vergangenheit bereits vorliegen und es primär darum geht, eine Basis für ein gemeinsames Handeln zu finden. In der Arbeitshilfe werden zunächst Hinweise und Tipps zur Vorgehensweise und zur Identifizierung von Impulsprojekten gegeben. Der zweite Teil erläutert praktische Instrumente zur Analyse oder zur Umsetzung (z. B. zur Bewertung und Verbesserung des Branchenmixes; vgl. Kap. 4 oder zur Entwicklung eines Leitthemas, Kap. 5). Abschließend werden im Anhang und dritten Teil ausgewählte Ergebnisse aus den vier Modellstädten dargestellt und die Hinweise am Beispiel konkretisiert.

Projektorientierten Ansatz zur Innenstadtentwicklung herunterladen (3,8 MB)

Andererseits hat die Arbeitsgemeinschaft Consilium GmbH/conceptfabrik in ihrem Bericht „Wirtschaftliche Entwicklung von Kleinstädten – Hilfestellungen zur Bestandsaufnahme und Bewertung einer Innenstadt“ ihren prozess- und beteiligungsorientierten Ansatz dargestellt. Aufbauend auf einer detaillierten Bestandsaufnahme der Innenstadt unter verschiedenen Gesichtspunkten (Erreichbarkeit, Frequenzen, Aufenthaltsqualität, städtebauliche Brüche etc.) und der Begehung aller Läden im Hauptgeschäftsbereich wird das Gespräch mit allen Innenstadtinteressierten gesucht. Bei diesen Treffen wird die aktuelle Innenstadtsituation mit Hilfe eines übersichtlichen Plans und in einer Sortimentsliste sowie verdichtet in einer Stärken-Schwächen-Analyse dargestellt und diskutiert. Gemeinsam werden die wichtigsten Handlungsfelder identifiziert, die gemeinsam bearbeitet und umgesetzt werden sollen. Ziel ist es viele Akteure des Stadtzentrums zur Mitarbeit zu bewegen, indem diese von vorne herein in einen transparenten Prozess eingebunden sind. Der Bericht erläutert die methodische Vorgehensweise zur Erstellung eines Übersichtsplans für den Hauptgeschäftsbereich und einer Sortimentsliste. Anschließend gibt er Hilfestellungen die Ergebnisse aus dem Übersichtsplan und der Sortimentsliste zu einer übersichtlichen und einfachen Darstellung der Potenziale und Probleme einer Kleinstadt aufzubereiten.

Prozess- und beteiligungsorientierten Ansatz (QuickCheck) herunterladen  (2,7 MB)

 

 

 

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Deutsches Seminar für Städtebau und Wirtschaft
im Deutschen Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e. V.