Test zur Erfassung und Auswertung von Ausstattungsdichten im öffentlichen Raum - Clutter-Check

Problemstellung

Die Gestaltung des öffentlichen Raumes beeinflusst in hohem Maße dessen Wahrnehmung. Passanten und Kunden empfinden eine überbordende Ausstattung einer Geschäftsstraße, beispielsweise mit Verkehrsschildern und Werbeträgern als unangenehm, in unübersichtlichen, dunklen und unsauberen Bereichen fühlen sie sich eher unsicher. Klare Formen, eine dezente Ausstattung, einfache Orientierungsmuster, zusammenhängende und überschaubare Straßen und städtebauliche Räume werden dagegen als viel attraktiver wahrgenommen. Eine einfachere Gestaltung durch Reduzierung von Elementen kann daher die Funktionalität und Attraktivität einer Geschäftsstraße erhöhen und gleichzeitig die Investitions-, Instandhaltungs- und Wartungskosten für Kommune und Unternehmen senken.

Problembewusstsein als erster Schritt

Gestaltungsfragen werden von Natur aus je nach Erfahrungs- und Geschmackshintergrund des Betrachters unterschiedlich gesehen. Jedoch deuten verschiedene Studien darauf hin, dass eine zurückhaltende Gestaltung der öffentlichen wie privaten Elemente des öffentlichen Raumes zu einer erhöhten Nutzerzufriedenheit führt. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass aufgrund von Gewöhnungseffekten den Akteuren vor Ort Ausstattungsüberhänge nicht zwingend als Problem bewusst sind. Es scheint daher sinnvoll, die subjektorientierte Analyseebene zu verlassen und eine zunächst quantitativ-qualitative Einzelbewertung der vor Ort vorkommenden Elemente durchzuführen. Hierfür wurde diese Hilfe zusammengestellt.

Wie funktioniert der Clutter-Check?

Zunächst werden im Bereich "Eingaben-Straße" allgemeine Rahmendaten zur straßenräumlichen Situation des zu untersuchenden Raumes erfasst. Hierzu können externe Dienste, wie beispielsweise "Google Earth", eine nützliche Hilfe sein.

In einem zweiten Schritt werden darauf folgend verschiedene Angaben zu den einzelnen, innerhalb der Straße vorkommenden privaten wie öffentlichen Elemente getroffen. In das Feld "Varianz" wird jeweils die Anzahl der vorkommenden, unterschiedlichen Typen des Straßenraumelements eingetragen. Als Beispiel: Es gibt in dem untersuchten Straßenabschnitt drei unterschiedliche Typen von Pollern (Beton, Eisenguss mit Ornamenten, Stahl). Dann ist die Zahl 3 einzutragen.

Aus den eingegebenen Daten kann der sogenannte Clutter-Index abgeleitet werden, der eine Ersteinschätzung ermöglicht und als Impuls vor Ort eingesetzt werden kann. Im Tabellenblatt Auswertung können diese straßenbezogenen Einschätzungen angesehen werden.

Vorteile des Clutter-Checks

Der Vorteil der Methode liegt in ihrer einfachen Anwendung, der Schaffung von Vergleichsmaßstäben zu anderen Straßenräumen, sowie darin, dass sie nicht abhängig von den subjektiven Eindrücken von Testpersonen ist.

Grenzen des Clutter-Checks

Der Clutter-Check ist ausschließlich in der Lage, Aussagen über die visuelle Wirkung verschiedener Elemente der Geschäftsstraße basierend auf ihrer Auffälligkeit, Anzahl und Varianz zu ermitteln. Ursprünglich war angedacht, alle Einzelindizes zu einem Gesamtindex der Straße zusammenzuführen. Es zeigte sich jedoch, dass insbesondere die straßenräumlichen Besonderheiten einen Vergleich zwischen Straßen erschweren. Daher wird die Bewertung der Einzelelemente nicht mit der Bewertung des Straßenraumes direkt verrechnet. Da eine subjektbezogene Ebene jedoch nicht Bestandteil der Methode ist, kann zwar der Grad der Vollgestelltheit eines Straßenraumes bestimmt werden, jedoch ist eine unmittelbare Ableitung der daraus resultierenden Effekte auf die Straßennutzer, deren emotionale Reaktionen, oder Verhalten als Kunden nicht möglich. Der Clutter-Check liefert also Hinweise darauf, wie stark ein Straßenabschnitt von visuell dominanten Elementen besetzt ist. Er ist jedoch kein direkter Indikator dafür, wie positiv oder negativ diese Straßenraumszene von Nutzern wahrgenommen wird.

Weiterentwicklung des Clutter-Checks

Kernpunkt des Clutter-Checks ist der Vergleich mit Durchschnittswerten von Elementen in anderen Straßenräumen. Zur Weiterentwicklung der Genauigkeit ist daher die Elementdichtebestimmung für zusätzliche Straßenräume wünschenswert. Die Nutzer werden aus diesem Grund gebeten, den ausgefüllten Clutter-Check an das DSSW (info@dssw.de) zu senden.

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Deutsches Seminar für Städtebau und Wirtschaft
im Deutschen Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e. V.