Geschäftsstraßenraumgestaltung: Begriffsbestimmung und beispielhafte Ansätze
Die Studie bildet die systematische Einführung in das Thema „reduzierte Geschäftsstraßengestaltung“. Einleitend wird anhand einer Untersuchung von sogenannten Gestaltungsbiografien dargestellt, dass eine Geschäftsstraße von heute ein Produkt ist, das vielerorts mit dem ursprünglichen umgesetzten Entwurf nur noch wenig gemeinsam hat. Durch Änderung der städtebaulichen Leitbilder und neue Anforderungen an die Straße haben sich im Laufe der Jahre und Jahrzehnte mehrere Nutzungs- und Funktionsschichten über die einst neu gestaltete Straße gelegt. Statt die Straße wirksam an neue Aufgaben anzupassen und nicht mehr notwendige Elemente aus dem Straßenraum zu entfernen, haben sich mit der Zeit viele kleine Eingriffe zu einem großen Problem addiert. Im Ergebnis funktioniert das Zusammenspiel der Ausstattung und Gestaltung nicht mehr. Hinzu kommen verschiedene sektorale Zuständigkeitsbereiche für Werbung, Außengastronomie, Verkehrstechnik, Grün und Straßengestaltung.
Ein Baustein der Studie war die Recherche und Dokumentation von im In- und Ausland realisierten Projekten reduzierter Gestaltung von Geschäftsstraßen. Zur Strukturierung der Rechercheergebnisse wurden 11 Gruppen gebildet, die typische Reduktionsansätze widerspiegeln. Diese Klassifizierung bezieht sich auf charakteristische Problemstellungen, Handlungsmuster und Reduktionseffekte der durchgeführten Maßnahmen. Sämtliche Ausstattungselemente des Straßenraums wurden zudem einem oder mehreren der Reduktionsansätze zugeordnet. Diese Verknüpfung spiegelt damit charakteristische Element-Maßnahmen-Kombinationen wider, die in der Praxis erprobt und umsetzbar sind. Gleichzeitig erfolgt eine Einschätzung des Ausstattungselementes hinsichtlich funktionaler Bedeutung, Zugriffsmöglichkeit der Kommune sowie Stellenwert des öffentlichen Interesses am Ausstattungselement.
Diese Erkenntnisse sowie der aktuellen Stand der Wissenschaft zu den Themen Straßenraumgestaltung, Werbewirkungsforschung und Kosteneffizienz sind auf einen konkreten Untersuchungsraum in der Stadt Korbach übertragen worden. Für die Pilotstudie wurden drei jeweils für einen bestimmten Teilbereich des Straßenraumes repräsentative und ca. 100 m lange Abschnitte für die weitere Ausarbeitung von Reduktionsvarianten ausgewählt.
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Deutsches Seminar für Städtebau und Wirtschaft
im Deutschen Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e. V.


