Angebotsorientierte Flächenentwicklung

In vielen Städten Ostdeutschlands und zunehmend auch in Westdeutschland stehen in den 1a- und 1b-Lagen der Innenstädte Gewerbeflächen leer. Gleichzeitig werden vielerorts in den Randlagen neue Handelsflächen entwickelt. Dadurch wird der Hauptgeschäftsbereich geschwächt und die Leerstände in den Innenstädten nehmen zu. Besonders betroffen davon sind kleinere Städte, weil Stadtrandlagen aufgrund geringer Distanzen meist schnell vom Zentrum aus zu erreichen sind.

Die Gründe für die Standortwahl in nichtintegrierten Lagen oder in Einkaufszentren sind u. a. im fehlenden Angebot an marktgerechten innerstädtischen Flächen zu suchen. These ist, dass in den Innenstädten nicht genügend adäquate Flächen und zu wenig unterschiedliche Flächen vorgehalten werden. Die tradierten, integrierten Flächen entsprechen nicht den neu geweckten Bedürfnissen sowohl der Unternehmer als auch der Verbraucher sowie den gewünschten Shopformaten. Dies gilt für die Flächengröße, die Flächengeometrie und die Nutzungskonditionen. Die Reaktionszeit der Immobilieneigentümer und Kommunen auf die veränderte Flächennachfrage ist nicht angemessen schnell, um die entsprechenden Flächen in integrierten Citylagen bereitzustellen. Daraus ergibt sich die Frage, wie diese innerstädtischen Flächen beschaffen sein müssten, um den veränderten Anforderungen gerecht zu werden.

Ziel des Projekts war es einerseits, die Bestimmungsgründe für den Mismatch zwischen Flächennachfrage in Randlagen und Leerstand in den Innenstädten empirisch zu ermitteln und somit belastbare Daten zu erhalten, um in einem zweiten Schritt Lösungsansätze zu entwickeln. Andererseits sollten die innerstädtischen Nutzungsanforderungen neu ausgelotet werden.

Anhand der vom DSSW abgefragten Standortanforderungen und -profile von Handels-, Gastronomie-, Hotellerie-, Handwerks- und Dienstleistungsunternehmen sollte ermittelt werden, welche Faktoren eine wesentliche Rolle für die Standortwahl der Unternehmen spielen, um auch Rückschlüsse auf in den Innenstädten vorhandene Standortpotenziale zu ermöglichen. Zusätzlich geben die Daten Anhaltspunkte, wie die aktuell nicht vermarktbaren innerstädtischen Leerflächen ertüchtigt werden könnten, um – unter Mitwirkung der Innenstadtakteure - Leerstand in der City zu reduzieren sowie innerstädtische Brachflächen wieder einer neuen gewerblichen Nutzung zuzuführen.

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Deutsches Seminar für Städtebau und Wirtschaft
im Deutschen Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e. V.