Studie zur Wirkung von Einkaufszentren in der Innenstadt

EKZ in Braunschweig
Bildquelle: Martin Fiedler / pixelio

Der Deutsche Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e.V. hat im Juni 2012 die Studie „Wirkung von Einkaufszentren in der Innenstadt – Synoptische Aufbereitung vorliegender Studien“ veröffentlicht. Die von einem unabhängigen, wissenschaftlich-fachlichen Konsortium verfasste Arbeit kommt zu dem Schluss, dass nur schwer verallgemeinerbare Erkenntnisse vorliegen. Dennoch werden richtungweisende Trends zur Wirkungen von Einkaufszentren (EKZ) herausgearbeitet.

Die Arbeit analysiert und vergleicht 37 vorliegende Studien anhand von sieben Indikatoren mit absatzwirtschaftlicher und städtebaulich-funktionaler Wirkung. So werden der bis dato uneinheitliche wissenschaftliche Diskurs und verschiedene Untersuchungsansätze sowie -methoden zur Wirkung innerstädtischer Einkaufszentren transparent gemacht und auf eine gemeinsame Grundlage gestellt. Während widerstreitende Positionen in der Diskussion um neue Ansiedlungsvorhaben bisher zu starker Verunsicherung und „emotionaler Verhärtung“ bei allen Beteiligten führten, gibt die vorliegende Studie nun wertvolle Hinweise auf mögliche Auswirkungen und zu berücksichtigende Aspekte für den Ansiedlungsprozess.

So wird neben der Entfernung des EKZ und dessen Wegebeziehung zum Hauptgeschäftszentrum auch die Dimensionierung als wichtiger Faktor für dessen Wirkung genannt. Allerdings erkennt die Studie keine Anhaltswerte für eine zu empfehlende Größe von EKZ, da hierzu weder empirisch belastbare noch verallgemeinerbare Daten vorliegen. Zudem müssen die Folgen des allgemeinen Strukturwandels im Einzelhandel von den direkten Auswirkungen eines Einkaufszentrums abgegrenzt werden. Von hohem Wettbewerbsdruck geprägt, ist die kontinuierliche Anpassung von Angeboten und Formaten des Einzelhandels auch für eine attraktive Innenstadt erforderlich, um für Kunden und Besucher interessant zu bleiben.

Fakt ist auch, dass die Ansiedlung großflächiger Einkaufszentren hierzulande seit den 1990er Jahren mit großer Dynamik verläuft – zunächst vor allem auf der „grünen Wiese“, später nahezu nur noch in Innenstädten, wo 2008 ganze 140 der 416 bestehenden Einkaufszentren standen. Mittlerweile ist eine Verlagerung des Entwicklungsfokus’ von Groß- auf Mittelstädte auszumachen. Zu diesem neuen Trend wie auch mit Blick auf die demnächst anstehende Revitalisierung zahlreicher älterer Einkaufszentren herrscht dringender Forschungsbedarf, so die Autoren. Und auch grundsätzlich gilt es, die komplexen Wirkungszusammenhänge durch vertiefte Forschung sowie eine verbesserte Datenbasis deutlicher herauszuarbeiten. Denn die Stärkung unserer Innenstädte ist nur durch zielgerichtete private und öffentliche Investitionen möglich.

Im Ergebnis zeigt sich, dass der konkrete Ansiedlungsfall eines EKZ vor dem Hintergrund der lokalspezifischen Situation differenziert und fundiert betrachtet werden muss. Schließlich kann keine Studie die Diskussion vor Ort über Ziele und Leitbilder der Stadtentwicklung ersetzen.

Studie als Download (Kurzfassung) und in gedruckter Form (Kurz- und Langfassung) erhältlich

Die Studie ist als kostenpflichtige, gebundene Langfassung beim Deutschen Verband für 32 Euro (zzgl. 2,50 Euro Versand) erhältlich. Mitglieder des Deutschen Verbandes und öffentliche Einrichtungen zahlen einen Sonderpreis von 22 Euro (zzgl. 2,50 Euro Versand). Eine 12-seitige Kurzversion steht hier zum Download bereit. Gegen eine Schutzgebühr von insgesamt 5 Euro schicken wir Ihnen diese gerne auch in gedruckter Form zu.

Ansprechpartner:
Christian Huttenloher, Deutscher Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e.V.
c.huttenloher@deutscher-verband.org

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