Glossar
Das DSSW-Glossar bietet Erläuterungen zu zentralen Begriffen der Innenstadtentwicklung. Das Glossar versteht sich dabei nicht als Lexikon mit Anspruch auf Vollständigkeit oder Allgemeingültigkeit. Vielmehr sollen darin unsere Erkenntnisse und Erfahrungen vermittelt und Hinweise zu DSSW-Publikationen und -Projekten sowie weiterführender Literatur gegeben werden.
Gerne greifen wir Ihre Vorschläge und Anregungen auf! Schicken Sie uns Ihre Ideen an Isabell Henel, E-Mail i.henel@deutscher-verband.org.
Insbesondere in Ortszentren kleinerer Städte und Stadtteilzentren größerer Städte ist die Nahversorgung eine der wichtigsten, wenn nicht die wichtigste Funktion.
Folgen fehlender oder mangelhafter Nahversorgung
- Ausbleiben von Kunden im Zentrum
- zunehmende Leerstände
- keine weiteren baulichen Erneuerungsmaßnahmen
- Verödung des Ortsteil- oder Stadtzentrums
Effekte von Nahversorgung
- schafft Kundenfrequenzen
- trägt zur wirtschaftlichen Belebung weiterer Einzelhandels-, Gastronomie-, Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe in den Zentren bei
- erhöht die Besucherzahlen in benachbarten kulturellen, sozialen und anderen öffentlichen Einrichtungen
- ist ein wichtiger Bestandteil der gesellschaftlichen Partizipation und Identifikation
- trägt also wesentlich zur Vitalität eines Ortsteil- oder Stadtzentrums bei
Nahversorgungsmodelle
- Nahversorgungsmodelle beinhalten übertragbare Lösungen für die Sicherung, Stabilisierung und die Fortentwicklung der Nahversorgung.
- Zu den Nahversorgungsmodellen zählen sowohl Betriebskonzepte für den stationären und nicht stationären Einzelhandel als auch Standortmobilisierungs- und Standortqualifizierungsmaßnahmen sowie kommunale und regionale Steuerungsstrategien.
- Nahversorgungsmodelle sollen Impulse für lokale Problem- und Zielstellungen liefern und richten sich an verschiedene Akteure aus den Bereichen Kommunalverwaltung und Ortspolitik, an Einzelhändler und Existenzgründer, beratende Institutionen, an den Großhandel und an sonstige Unternehmen und nicht zuletzt auch an Landesmittelbehörden und -regierungen.
Obwohl die Ausgangssituationen und Problemlagen lokal sehr unterschiedlich sein können, so sind dennoch einzelne Prinzipien und Handlungsempfehlungen von spezifischen Nahversorgungsmodellen übertragbar.
Nahversorgungsladen
Nahversorgungsläden bieten den Kunden verschiedene Nahversorgungssortimente und Dienstleistungen in der Regel auf geringer Verkaufsfläche. Idealerweise liegen sie wohnortnah, etwa in Quartiers-, Stadtteil- und Dorfzentren, aber auch dezentral in den sonstigen integrierten Lagen. Als Nahversorgungsläden werden diejenigen Betriebskonzepte bezeichnet, die nicht zu den Discountern, Supermärkten und Verbrauchermärkten zählen, die deutlich unter den Betriebsgrößen der großflächigen Anbieter zurückbleiben und die nahezu ausschließlich der (fußläufigen) Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs dienen.
Sie stellen insbesondere für ländlich geprägte Regionen und für Orts- und Stadtteile, in denen aufgrund heutiger Standortanforderungen die Ansiedlung großflächiger Betriebe nicht mehr tragfähig erscheint, eine angepasste Einzelhandelsbetriebsform dar. Neben den grundlegenden Sortimenten aus den Bereichen Nahrungs- und Genussmittel sowie Non-Food-Artikeln hoher Periodizität bieten Nahversorgungsläden oft ergänzende, auf die Bedürfnisse der Bewohner im Einzugsbereich abgestimmte Services an (z. B. begrenztes gastronomisches Angebot, Bank- und Postdienstleistungen, Reinigungsannahme und zunehmend auch medizinische Angebote).
In der Handelsfachliteratur wird für diese Betriebsform häufig auch der Begriff des Convenience-Geschäfts – bzw. synonym der des Nachbarschaftsladens – verwendet. Hierunter werden allerdings gleichzeitig auch Tankstellenshops, Kioske und Bahnhofsmärkte zusammengefasst, deren Hauptfunktion aber nicht die Nahversorgung ist.
Neuere Nahversorgungsläden weisen inzwischen vielfältige Convenience-Merkmale auf: Sie bieten neben einer hohen Serviceorientierung, kleinen gastronomischen Angeboten und längeren Öffnungszeiten in der Regel Sortimente des Vergesslichkeits- und Bequemlichkeitseinkaufs, also etwa vorabgepackte, verzehrfertige Artikel und auf Singlehaushalte zugeschnittene Kleingebinde. Die Ladeneinrichtung lässt Tante Emmas Holzdekor weit hinter sich und setzt auf Punktbeleuchtung, einheitliches und modulares Möbeldesign sowie mulitfunktionale Bedientheken anstelle der Fließbandkassen.
DSSW-Projektseiten
DSSW-Schriften
Nahversorgung als Basis der Zentrenbildung. Aktuelle Modelle, Strategien und Konzepte gegen wegbrechende Handels- und Dienstleistungsnutzungen, 2007, DSSW-Schriften 56
Weiterentwicklungen innerstädtischer Nutzungen. Teil 2: Kopplungs- und Kombinationsmöglichkeiten für Klein- und Mittelstädte, 2006, DSSW-Schriften 55
Weiterentwicklungen innerstädtischer Nutzungen. Teil 1: Kopplung von Einzelhandel, Dienstleistung, Freizeit und produzierendem Gewerbe, 2005, DSSW-Schriften 53
Wochenmärkte. Merkmale und Entwicklungspotenziale, 2003, DSSW-Schriften 41
DSSW-Materialien
DSSW-Dokumentation: Nahversorgung zur Stärkung der Zentren. Welchen Beitrag können Nahversorgungszentren leisten? Tagung in Bochum am 28.11.2006
DSSW-Dokumentation: Was bleibt, wenn der Supermarkt geht? Konzepte und Projekte zur Wiederbelebung der Nahversorgung. Tagung in Rostock am 15.11.2006
DSSW-Dokumentation: Stärkung der Mitte – Stabilisierung der Zentrenfunktion durch Sicherung der Nahversorgung. Tagung in Erfurt am 9.11.2006
Best Practices
www.dorv.de
www.beroma.net
www.cap-markt.de
www.raiba-word.de
www.marktreff-sh.de
www.komm-in.de
www.vg-westerburg.de
www.stockumer-hofmarkt.de
www.stadt-land-hof.de
www.treuenbrietzen.de
www.unna.de
www.stuttgart.de
www.allod.de
www.dogewo21.de
www.losheim.de
www.braunschweig.de
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Deutsches Seminar für Städtebau und Wirtschaft
im Deutschen Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e. V.

