Für die umliegenden, für sich allein genommen weniger stark frequentierten Geschäfte ergeben sich hieraus meist wertvolle Mitnahmeeffekte. In der Regel ist in allen Geschäfts-/Einkaufszonen mindestens ein Frequenzbringer vorzufinden.
- Frequenzbringer haben eine wichtige Funktion im Branchenmix, indem sie Kaufkraft binden und Mitnahmeeffekte für anliegende Geschäfte erzeugen.
- Je nach Größe einer Stadt und der Struktur des Einzelhandelsbesatzes kann ein Frequenzbringer ganz unterschiedlich definiert sein. Klassische Frequenzbringer sind Kauf- und Warenhäuser mit einem breiten und/oder tiefen Warensortiment und mit einer relativ großen Verkaufsfläche. Aber auch größere Filialisten, Fachmärkte und Parkhäuser besitzen in Klein- und Mittelstädten eine derartige Funktion.
- Neben Handelseinrichtungen können auch Freizeit-, Dienstleistungs- oder Kultureinrichtungen als Frequenzbringer fungieren. Aber auch Wochenmärkte, Cafés, Parkhäuser oder Bushaltestellen können als innerstädtische Anziehungspunkte erhöhte Frequenzen (Kundenströme) für ihren Standort erzeugen.
- Die Ansiedlung von großflächigen Frequenzbringern, wie Einkaufszentren allein, ist noch keine Garantie für die Wiederbelebung eines Geschäftszentrums. Ist (beispielsweise aufgrund eines langjährigen Investitionsstaus) der ortsansässige Einzelhandel nicht konkurrenzfähig, können die Auswirkungen auch unabhängig vom Centerkonzept negativ für den gesamten Einzelhandelsstandort Innenstadt ausfallen.
Vom Verlust eines Frequenzbringers sind vorwiegend Klein- und Mittelstädte betroffen, da sich gerade hier der Ersatz oder die Nachnutzung als sehr schwierig erweist. Neben dem Wegfall kann auch eine Verlagerung eines Frequenzbringers erhebliche Auswirkungen haben: Die Passantenströme am Standort werden geringer, die Umsätze im Einzelhandel gehen zurück und die Kaufkraftbindung der Innenstadt nimmt ab.
Seit einigen Jahren werden großflächige Frequenzbringer, wie Einkaufszentren, zunehmend nicht mehr in Randgebieten, sondern an innerstädtischen Standorten angesiedelt. Wesentliche stadtentwicklungspolitische Strategie hierbei ist die Belebung der Innenstädte. Der gewünschte Effekt, dass der Gesamtstandort Innenstadt von der Ansiedlung und den neu gewonnenen Kundenströmen profitiert, kann jedoch nur dann eintreten, wenn der Frequenzbringer nicht bloß in räumlicher Nähe zur Innenstadt liegt, sondern wirklich in diese integriert ist. Dies trifft insbesondere für Einkaufszentren zu.
Es stellt sich die Frage, wie Frequenzbringer in städtebaulicher und gestalterischer, aber auch hinsichtlich ihrer Nutzungen integriert werden können. Welche Entfernung zu anderen Geschäften und welche Lage kann als optimal gelten? Wie groß kann und soll ein Center dimensioniert sein, um als Ergänzung und nicht als Konkurrenz zu den bestehenden Geschäften zu funktionieren? Immer häufiger entsteht aber auch besonderer Handlungsdruck durch den Wegfall von Frequenzbringern. Welche Möglichkeiten gibt es, einen Standort neu zu beleben? Mit diesen und weiteren Fragen befassen sich die unten aufgeführten Materialien.
DSSW-Projekte
Pilotprojekt: Funktion und Entwicklung von Frequenzbringern in Innenstädten
Pilotprojekt: Umnutzung eines Frequenzbringer
DSSW-Studie: Integration von Einkaufszentren
DSSW-Materialien
Angebotsorientierte Flächenentwicklung, 2008
Möglichkeiten zur Umnutzung ehemaliger Frequenzbringer. Revitalisierung eines brachgefallenen Kaufhauses in Senftenberg durch Shop-in-Shop-Lösungen, 2007
Steuerungsansätze zur Integration innerstädtischer Einkaufszentren, 2007
Projektbericht: Funktion und Entwicklung von innerstädtischen Frequenzbringern, 2006
Analyse und Bewertung von innerstädtischen Einkaufszentren und anderen Magneten, Vortrag von Dr. Monika Popp (LMU München, Seminar für Sozialwissenschaftliche Geographie) auf der DSSW-Konferenz "Erfolgreiche Innenstädte. Handeln - Koordinieren - Integrieren", 25.-26. Januar 2006
Integration großflächiger Handels- und Dienstleistungseinrichtungen in städtischen Lagen, 2002
Literaturtipps
Sturm, Verena (2006): Erfolgsfaktoren der Revitalisierung von Shopping-Centern – ein Turnaround-Management-Ansatz. Köln