Glossar

Das DSSW-Glossar bietet Erläuterungen zu zentralen Begriffen der Innenstadtentwicklung. Das Glossar versteht sich dabei nicht als Lexikon mit Anspruch auf Vollständigkeit oder Allgemeingültigkeit. Vielmehr sollen darin unsere Erkenntnisse und Erfahrungen vermittelt und Hinweise zu DSSW-Publikationen und -Projekten sowie weiterführender Literatur gegeben werden.

Gerne greifen wir Ihre Vorschläge und Anregungen auf! Schicken Sie uns Ihre Ideen an Isabell Henel, E-Mail i.henel@deutscher-verband.org.


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Standortinformationssysteme ermöglichen die Verknüpfung von für die innerstädtische Standortentwicklung relevanten Daten.

Innerhalb von Standortinformationssystemen liegen verschiedenste Informationen - vom statistischen Zahlenmaterial über geodätische bzw. kommunale Basisdaten bis hin zu kommerziell erhobenen Fachdaten - georeferenziert aufbereitet vor. Zentrale Komponente zur Abfrage und Darstellung von Daten ist eine digitale Karte.

Das DSSW empfiehlt die Einbindung von Standortinformationssystemen in die Aufgaben von Innenstadtakteuren, da sie Planungs- und Entwicklungsprozesse, wie Standortanalysen und Leerstandsmanagement, effektiv unterstützen können. Die Darstellung der (innerstädtischen) Raumverhältnisse in digitalen Karten, wie bspw. der fehlende bzw. nur schwach besetzte Branchenbesatz, hilft bei der gezielten Akquisition und Ansprache von Unternehmen. Leerstehende Objekte lassen sich gezielter wieder in Nutzung überführen.

Standortinformationssysteme im Geschäftsstraßenmanagement müssen mindestens unternehmensbezogene Informationen über Einzelhändler von Geschäftsstraßen enthalten und diese georeferenziert darstellen können. Allerdings werden Standortinformationssysteme bislang nur vereinzelt in der Geschäftsstraßenentwicklung angewandt. Stattdessen finden sie als so genannte Gewerbeflächeninformationssysteme bzw. Gewerberaumbörsen Anwendung, wo sie vornehmlich der Verwaltung und Vermarktung von Flächen dienen. Auch die von einigen IHKn Deutschlands (z. B. IHK Hamburg, MUSIS und IHK Bayern, SISBY) verwendeten Standortinformationssysteme fassen in erster Linie die so genannten "harten" Standortfaktoren, wie Verfügbarkeit und Kauf- bzw. Mietpreise von Gewerbeflächen, zusammen, beschreiben deren Besonderheiten und Einschränkungen und geben die Höhe der Gewerbesteuer und der Abwasserkosten wieder. Hinzu kommen Angaben zur Infrastruktur sowie zusätzliche Informationen der beteiligten Kommunen (z. B. Kultur- und Freizeitangebote).

Entwicklungsbedarf besteht vor allem hinsichtlich der Interoperabilität und Standardisierung von Standortinformationssystemen. Das DSSW-Projekt „Effizienzsteigerungsmöglichkeiten durch Standortinformationssysteme in der Geschäftsstraßenentwicklung“ hat verdeutlicht, dass der Großteil der derzeitig bestehenden EDV-basierten Standortinformationssysteme von Innenstadtakteuren vom jeweiligen Betreiber ausschließlich für eigene Nutzungen aufgebaut wird und demnach viele nicht kompatible Insellösungen existieren. Diese Systeme arbeiten auf Grundlage eigens generierter Datenbanken, die lediglich die vom Betreiber aufgenommenen Daten umfassen und zudem nur Datenanalyse- und Datendarstellungsmöglichkeiten zulassen, die den spezifischen Aufgaben bzw. Anforderungen des Betreibers entsprechen. Werden zusätzliche Daten integriert, geschieht dies oftmals nicht über Nutzung fremd geführter Datenbanken, sondern über Eigenerhebungen, was wiederum zu einer erheblichen Datenredundanz mit entsprechend hohen Kosten führt.

Weiteres Entwicklungspotenzial bietet zudem die bisher eher schlechte Verfügbarkeit öffentlicher und halböffentlicher Daten, insbesondere für deren Nutzung in der Geschäftsstraßenentwicklung. Zwar liegen häufig entsprechende Daten in den Kommunen vor, oftmals allerdings aufgrund mangelnder Abstimmung redundant, in unstrukturierter Vielfalt, nicht aktuell sowie in unzureichender Tiefe. So werden für die Ermittlung und Zusammenführung von Daten zu viele Ressourcen verbraucht, die für andere Aktivitäten der Standortaufwertung dringend benötigt würden. Hier untersucht das DSSW-Projekt „Entwicklung eines Geografischen Informationssystems für Geschäftsstraßen“den inhaltlichen und organisatorischen Workflow sowie technische Anforderungen für die Erschließung, Bereitstellung und Nutzung öffentlicher geobasierter Daten speziell in der innerstädtischen Standortentwicklung. Insbesondere sollen (technologische) Standards zur Entwicklung, Umsetzung und Fortführung geodatenbasierter Informationssysteme benannt werden, um den Zugriff auf für die Innenstadtentwicklung sinnvolle Daten zu verbessern. Die Harmonisierung von Geodatenbeständen bezüglich Dateiformaten, Übertragungsprotokollen, Nutzungsrechten und Bepreisungsmodellen wird angestrebt.

DSSW-Projekte

DSSW-Pilotprojekt: Entwicklung eines Geografischen Informationssystems für Geschäftsstraßen

DSSW-Studie: Effizienzsteigerungsmöglichkeiten durch Standortinformationssysteme in der Geschäftsstraßenentwicklung

DSSW-Materialien

Standortinformationssysteme in der Geschäftsstraßenentwicklung
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Deutsches Seminar für Städtebau und Wirtschaft
im Deutschen Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e. V.