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DSSW-Produkte

DSSW-Schriften

Leitfaden: Wochenmärkte - Merkmale und Entwicklungspotenziale (2003)
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DSSW-Materialien

DSSW-Studie: Markthandel als Kristallisationspunkt von Unternehmen und lokaler Wirtschaft: Beispiele und Förderansätze aus europäischen Städten (2008)
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Dokumentation: Expertenrunde Markthandel am 24. Februar 2007 in Bonn (2007)
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DSSW-Studie: Der Markthandel in ostdeutschen Innenstädten (1999)
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DSSW-Arbeitshilfen

Arbeitshilfe: Fragebögen - Veränderbare Kopiervorlagen zur DSSW-Schrift 41 Wochenmärkte - Merkmale und Entwicklungspotenziale (2003)
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Weitere Informationen und Materialien

Diplomarbeit: Mobiler Handel zwischen Tradition und Moderne. Eine Analyse von Struktur und Funktion der Wochenmärkte Hannovers (2005)
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Studienarbeit: Innerstädtische Wochenmärkte - Bedeutung und Attraktivität am Beispiel des Donaumarktes in Regensburg (2002)
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Literaturtipps

Pick, Johannes (2001): Wochenmärkte in Kiel...


Links 

DMG Marktgilde e. G.     
Informationen über DMG-Angebote, zu einzelnen Märkten und ein virtuelles „Schwarzes Brett“ für Akteure des Wochenmarktes    

marktplaner.net - Das Veranstaltungsportal    
Termine von Märkten, Messen, Events und Festivals   

Bundesverband Deutscher Schausteller und Marktkaufleute e. V.    
virtuelle Vermittlungsbörse für Schausteller, Markthändler und Veranstalter u.a.   

Deutscher MarktHandel e.V.(DMH)    
Informationen über Beruf, Absicherung und Vorsorge von Marktkaufleuten

Wochenmarkt Hannover
Informationen über die Wochenmärkte in und um Hannover, Händlerverzeichnis, Links, Stellenangebote und Kleinanzeigen   

Öko-Wochenmarkt Hamburg
Informationen über den größten Anbieter von Naturkost im Raum Hamburg   

Hamburger Wochenmärkte    

DSSW-Studie: Mobiler Handel als Wirtschaftsförderungs- und Unternehmensmodell

Hintergrund und Ziel

Als Faktor für die Belebung von Standorten und für zahlreiche Synergieeffekte mit dem stationären Umfeld zählt der mobile Handel seit 2002 zu den Arbeitsfeldern des DSSW. Die Erkenntnisse vergangener Untersuchungen in Deutschland motivierten eine aufbauende Studie mit erweitertem Fokus. Zum einen sollten Ausprägungen des Markthandels europaweit betrachtet werden, um existierende Markttypen, ihre lokale Funktion und Bedeutung zu vergleichen. Zum anderen sollte der Blick auf die Unternehmer in unterschiedlichen Marktformen Rückschlüsse ermöglichen, welche Vertriebschancen und Fördermöglichkeiten dort allgemein für unternehmerische Aktivität bestehen. Ziel der Studie war es, die Bandbreite existierender Marktmodelle europaweit zu ermitteln und zu vergleichen, um anschließend Akquisitions- und Fördermöglichkeiten für neue Unternehmer zu benennen. Im allgemein wenig beachteten Feld des Markthandels sollte die Studie einen strategischen Ausblick erlauben, welche Fördermöglichkeiten von KKUs und KMUs nicht stationäre Absatzwege bergen. Praxisbeispiele sollten helfen, verschiedene Markttypen in ihrem strategischen Potenzial zu erkennen

Instrumente

Auf Grundlage einer zunehmend ausdifferenzierten Akteursrecherche konnten Beispiele gesammelt werden, die den Stellenwert des mobilen Handels als Vertriebsweg für neue Unternehmer erkennen lassen. Durch Expertengespräche konnten Praxiserfahrungen der Bereiche Markthandel, Wirtschaftsförderung, Existenzgründung und Mikrofinanzierung zusammengeführt werden, die ein differenziertes Bild lokaler bis nationaler Förderbedingungen ergeben.

Ergebnisse

  • Regionale Rahmenbedingungen bestimmen die Organisationsform von Märkten. In weithin ländlich geprägten Räumen, z. B. in Finnland und Frankreich, wandern Märkte und Händler nach Rotationsprinzipien von Ort zu Ort, um die Nahversorgung flächendeckend sichern zu können. Regionen mit touristischem Potenzial setzen auf den Ausbau von Märkten als lokale und touristische Attraktionspunkte, sowohl in Großstädten wie Barcelona/Spanien als auch in Kleinstädten wie Novo Mesto/Slowenien.
  • Hinter dem finanziell aufwändigen Ausbau zentraler Markthallen in spanischen Großstädten steht eine starke kommunale Markthandelsinstitution mit weitreichenden Befugnissen zur Investition und Gestaltung des öffentlichen Raums (z. B. Markthandelsamt IMMB in Barcelona).
  • Insbesondere in Regionen, deren Handelslandschaft von einem strukturellen Umbruch gekennzeichnet ist, spielen Märkte als Plattform für Existenzgründungen eine entscheidende Rolle. Bei der aktuellen Wirtschaftsentwicklung in vielen Ländern Osteuropas übernimmt der Markthandel eine ähnliche strukturelle Handels- und Versorgungsfunktion wie in Ostdeutschland nach dem Mauerfall. Der durch den Eintritt in die EU verstärkte Wirtschaftsaufschwung und unzureichende Mittel zum Aufbau stationärer Handelsstrukturen motivieren hier einen bedeutenden Anteil von Unternehmensgründern zum Aufbau ihrer Existenz im mobilen Geschäft.
  • In vielen englischen Städten mit hohen Anteilen migrantischer Anwohner fungiert der Markt als Integrationspol und Vernetzungspunkt für Einwanderer. Oftmals geschieht die Integration und Vernetzung durch Ermöglichung, weniger durch die Bereitstellung konkreter finanzieller oder organisatorischer Anreize.
  • Eine Möglichkeit, um neuen Händlern und Existenzgründern den Einstieg auf Märkten zu erleichtern, ist die rotierende Marktstandbesetzung, die es z. B. in den Niederlanden gibt.
  • Schnittstellen zwischen Markthandel und Existenzgründungsberatung finden sich vereinzelt in deutschen Großstädten (Berlin, Hamburg), wo insbesondere migrantische Neugründungen auf dem Markt stattfinden.
  • In Ländern mit starken (meist nicht staatlichen) Mikrofinanzierungsinstitutionen sind Verknüpfungen zum Markthandel teilweise bereits bekannt (Fundusz Micro, Polen), teilweise stark zu vermuten (ADIE, Frankreich). Mikrofinanzierer insbesondere osteuropäischer Länder berichten von hohen Anteilen mobiler Händler in ihrem Portfolio (LOK micro, Bosnien; Mikrofond, Bulgarien; Micro Development Fund, Serbien) aufgrund der weiter oben beschriebenen strukturellen Wirtschaftssituation.

Viele Konfliktpunkte zwischen Akteuren des Markthandels bestehen aufgrund ihrer starken Mobilisierung innerhalb des jeweiligen eigenen Segments (Wochenmärkte; Eventmärkte, Flohmärkte, Kunstmärkte, …), die selten mit einer Betrachtung oder Vernetzung darüber hinaus einhergeht. Einen neuen Sichtwinkel eröffnete die begleitende Ansprache von Akteuren aus den Bereichen der Mikrofinanzierung und Existenzgründung. Aus der Perspektive der Förderung kleinster Unternehmensformen einer Volkswirtschaft interessiert weniger der Markthandel in seinen einzelnen spezifischen Ausprägungen, als vielmehr sein immenses Potenzial zur Ausweitung von Vertriebskanälen für Produkte und Angebote von Kleinstunternehmern. Viele Märkte haben die Gemeinsamkeit geringer Zugangsbarrieren zur Etablierung eines Geschäfts. Diese Möglichkeit ist am attraktivsten für jene Anbieter, die zwar Geschäftsideen und unternehmerischen Geist, aber kein Finanzierungskapital aufweisen können.

Nicht alle Markttypen erfreuen sich gleicher Beliebtheit, oftmals sind die besonders attraktiven saisonalen oder jährlichen Eventmärkte (z. B. Weihnachtsmärkte) in privater Hand. An einem Standort können zu unterschiedlichen Wochen- und Jahreszeiten verschiedene Markttypen erfolgreich sein. Während sich viele kleine Märkte am Wochenende auf Qualität und Angebotsnischen, etwa im Bio- und Frischebereich, konzentrieren und kaufkräftige berufstätige Kunden anziehen, können unter der Woche Ausweitungen der Angebotspalette hin zu Non-Food-Segmenten die Nahversorgung sichern.

Der gegenwärtige Aufschwung von Sonderformaten im Bereich Non Food (insbesondere Flohmärkte; auch Spezialmärkte wie Oldtimerteilemarkt) zeigt die Richtung auf, in die eine verstärkte Aufwertung von Marktkonzepten gehen könnte. Durch die gezielte Akquisition, Integration und Etablierung unkonventioneller, neuer Produktgruppen können Märkte ihre bereits bestehende Funktion lokaler Knotenpunkte von Angebot und Nachfrage ausbauen und stärken.

 

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Deutsches Seminar für Städtebau und Wirtschaft
im Deutschen Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e. V.